Sportausschuss Friedrichshain-Kreuzberg
Sportpolitik in Friedrichshain-Kreuzberg: Im monatlich tagenden Sportausschuss werden aktuelle sportpolitische Themen beraten und Empfehlungen für die Bezirksverordnetenversammlung vorbereitet.
Der BSB FK nimmt regelmäßig an den Sitzungen teil, bringt im Bericht aus den sportlichen Gremien die Perspektiven der Sportvereine ein und informiert hier über die wichtigsten Themen und Entwicklungen.
22.04.2026 Sitzung Sportausschuss BVV FK
Für die Ausschusssitzung wurden Katharina Hoffmann und Julia Brasch zur Vorstellung des Projekts „Outrun the Patriarchy“ eingeladen. Das Projekt wurde im März 2025 vor allem aus dem nicht organisierten Sport bzw. aus der Berliner Laufcommunity heraus gegründet. Es wurde geschaffen, um Diskriminierungen jeglicher Art zu begegnen. Auch in diesem Jahr wurde ein Laufabend zum Internationalen Frauentag organisiert. Seit diesem Jahr ist auch eine digitale Meldestelle eingerichtet worden, die inzwischen auch von großen Unternehmen genutzt wird. Im vergangenen Jahr wurden Workshops zum Thema Awareness und Selbstverteidigung organisiert. Eine Kooperation mit dem SCC zum Berliner Marathon wurde leider kurzfristig durch den SCC aufgekündigt. Aktuell wird das Projekt für 4 Monate durch die Gleichstellungsbeauftragte des Bezirks gefördert.
In der anschließenden Diskussion ging es u. a. um eine Möglichkeit der Nutzung von Bezirkssportanlagen für private Laufgruppen. Da die geltenden Regelungen dies nicht zulassen, wird sich das Sportamt dezidiert damit auseinandersetzen.
Im Anschluss wurde die DS/1939/VI (Bündnis 90/Die Grünen) „Mehr Hallenzeiten und Kapazitäten für die Gesundheits- und Bewegungskurse der Volkshochschule sichern!“ mit Hinweis auf die Regelungen in der SPAN vertagt, um der Antragstellerin die Möglichkeit zu geben, Änderungen in ihrer Fraktion abzusprechen.
Die DS/1980/VI „Aufteilung von Infrastrukturinvestitionen aus dem Sondervermögen des Bundes“ wurde kurz vom Stadtrat Andy Hehmke vorgestellt und die Kriterien zur Auswahl der Maßnahmen (hohe baufachliche Dringlichkeit, hohe Wahrscheinlichkeit der Finanzierung mit Drittmitteln etc.) wurden dem Ausschuss erläutert. Der Ausschuss empfiehlt dem federführenden Ausschuss Personal, Haushalt, Investitionen, Rechnungsprüfung und Wirtschaftsförderung (PHIRW) mehrheitlich die Kenntnisnahme.
Die DS/1987/VI (Die Linke) „Keine Olympia-Bewerbung - Investitionen sofort in den Breitensport und die Schulsanierung lenken“ wurde rege diskutiert und im Anschluss der BVV mehrheitlich empfohlen, den Antrag abzulehnen.
Im Bericht aus den sportlichen Gremien (BSB FK) wurde von der Vorsitzenden u. a. kurz über die abgesagte MV und die Veranstaltung „Wie funktioniert Politik im Bezirk“ berichtet. Außerdem wurde auf bevorstehende Politiktalks zur Berliner Wahl hingewiesen und für die Veranstaltung am 12.09.2026 im Tempodrom geworben.
Im Bericht aus dem Bezirksamt gab es von Andy Hehmke die gute Nachricht, dass das Dach der Flatowhalle über das Förderprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten“ des Bundes in Höhe von 2,576 Mio. € instand gesetzt wird. Die Sanierung des Willi-Boos-Sportplatzes ist abgeschlossen und hat insgesamt 2,9 Mio. € gekostet. Am 16.04.2026 fand das Richtfest der neuen 6-Feld-Sporthalle in der Fredersdorfer Straße statt.
13.05.2026 Sitzung Sportausschuss der BVV FK
Die Sitzung fand beim FSV Berolina Stralau 1901 e. V. statt und der Verein wurde vom 1. Vorsitzenden Robert Zoch vorgestellt. Seit einem Jahr leitet er den Verein mit 600 Mitgliedern (zwei Drittel Kinder und Jugendliche) als hauptamtlich tätiger Vorsitzender. 80 Ehrenamtliche unterstützen das Training und die Betreuung der 32 Teams. Neben der vorhandenen Frauenmannschaft ist ein weiteres Frauenteam für die neue Saison geplant. Die Nachfrage ist in allen Bereichen hoch und der Verein verzichtet auf Wartelisten und bietet einmal jährlich Sichtungstrainings an. Der Verein führt erfolgreich im Frühjahr den Stralau Cup unter Beteiligung vieler internationaler Vereine durch. Außerdem unterstützt er die benachbarte Schule bei der Organisation von 7 Schul- und Arbeitsgemeinschaften und kooperiert mit zwei Kitas in der Umgebung. Der Verein ist Hauptnutzer des Lasker Sportplatzes und das noch vorhandene Naturrasenfeld schränkt die Nutzungszeiten stark ein. Im Rahmen der Modernisierung des Sportplatzes soll auch hier ein Kunstrasen verlegt und eine Lichtanlage installiert werden. Allerdings wird die Maßnahme nicht in den nächsten vier Jahren geschehen. Der Verein wird auch in Zukunft auf die Unterstützung von Ehrenamtlichen angewiesen sein und hat daher das Konzept „Team Stralau“ ins Leben gerufen. Das Konzept versteht sich als offenes Engagement-Netzwerk und Interessierte können sich entsprechend ihrer Zeit und ihrem Interesse im Verein einbringen. Aktuell sind zwei Frauen im Vorstand aktiv und der Verein hat die Stelle eines Frauenkoordinators geschaffen, um den Anteil zu erhöhen. Im nächsten Jahr muss der Verein seinen Beitrag auf 30 € im Monat erhöhen, allerdings soll es für Schüler und Studenten einen Rabatt geben. Für sozial schwächer gestellte Mitglieder soll es ebenfalls eine angepasste Regelung geben. Probleme sieht der Vorsitzende in den nicht ausreichend zur Verfügung stehenden Hallenzeiten im Winter sowie in den Änderungen der SPAN bezogen auf Sommer- und Feriencamps.
Die DS/1939/VI (Bündnis 90/Die Grünen) „Mehr Hallenzeiten und Kapazitäten für die Gesundheits- und Bewegungskurse der Volkshochschule sichern!“ wurde abermals kurz vorgestellt. Auch in dieser Form müsste der Antrag allerdings abgelehnt werden, weil er gegen die Regelungen in der SPAN verstößt. Die Antragstellerin bat erneut um Vertagung, um weitere Änderungen abzusprechen.
Die DS/2025/VI (Bündnis 90/Die Grünen) „Umsetzung des Gender-Mainstreaming-Prozesses im Sport im Bezirk“ wurde kurz vorgestellt. Der Antrag wurde vertagt, weil das Sportamt diesbezüglich schon sehr breit aufgestellt ist und bereits entsprechende Angebote vorliegen. Der AK Mädchen- und Frauensport ist mit einer Personalstelle besetzt und hat seine Arbeit aktiv wieder fortgesetzt.
Im Bericht aus den sportlichen Gremien berichtet die Vorsitzende u. a. über die neuen Mitgliederzahlen im Sport. Im Land Berlin sind gegenüber 2025 über 12.800 Menschen neue Mitglieder in einem Verein geworden und somit ist die Zahl auf über 820.000 Mitgliedschaften gestiegen. Bei ausreichender Sportinfrastruktur könnten diese Zahlen noch höher liegen, weil es eine große Anzahl von Wartelisten in den einzelnen Vereinen gibt. Die Situation von Wartelisten wird nunmehr auch regelmäßig vom LSB bei den größeren Vereinen abgefragt.
Im Bericht aus dem Bezirksamt überbringt der Stadtrat Andy Hehmke die gute Nachricht, dass das Amt für Denkmalschutz die beantragten Mittel für die Dachsanierung im Baerwaldbad in das Jahr 2027 übertragen werden dürfen. Somit kann die Planung zur Sanierung noch in diesem Jahr stattfinden. Die Sportentwicklungsplanung ist nun fertiggestellt und wird am 04.06. im Casino der Flatowhalle in Form eines Gallery-Walks vorgestellt. Sie soll dann in der nächsten Ausschusssitzung ebenfalls den Mitgliedern vorgestellt werden. Der Stadtrat berichtet noch darüber, dass die bezirkliche Haushaltssperre auch im Sportamt zunächst nicht aufgehoben werden kann. Ferner sind die Bedarfe an Hallenzeiten im Schulbereich gewachsen und dies führt zu Engpässen bei der Beantragung von Hallenzeiten ab 16 Uhr durch Vereine.
(Florence Schulz)